Archiv für Mai 2008

Das Mayday-Motto im Praxistest

Ich be.streik mal… Wie denn genau und wo überhaupt? Das Maydaybündnis lädt am kommenden Samstag zum Workshop rund um das Thema: Streiken in prekären Zeiten

Update: einen Indymedia-Bericht zur Veranstaltung findet ihr hier

aus dem Ankündigungstext:

ICHSTREIK, oder warum das so schwer ist…

Streik ist in aller Munde: ob Bahn, BVG oder Post. Alle streiken. Doch wie streike ich, wenn ich im Wachschutz arbeite? Wie streike ich als alleinerziehende Mutter? Wie streike ich als Praktikant, wenn mir alles zuviel wird? Wie streike ich als Putzkraft oder als Haushaltshilfe? Wie und gegen wen streike ich, wenn ich das Projekt bis dann und dann fertig haben muss, weil ich ansonsten kein Geld bekomme? Wie streike ich als Flüchtling? Wie streike ich als Honorationskraft? Wie….???

In dem Workshop sollt IHR im Vordergrund stehen. Denn: wir wissen nicht die Antworten auf die Fragen. Vielmehr wollen wir mit Euch über Eure spezielle Situation reden. Wir wollen mit Euch diskutieren und in einen produktiven Austausch über Möglichkeiten des Arbeitskampfes und der Organisierung kommen, gerade in all den beschissenen, prekären Arbeits- und Lebensverhältnissen, in denen wir alle stecken. Alltägliche Angst und alltäglicher Druck, all die Sorgen, die wir haben – da fällt es manchmal schwer darüber nachzudenken, etwas zu verändern. Der Workshop soll Euch den Raum bieten genau für dieses Nachdenken und für die gemeinsame Diskussion. Und wer weiß, vielleicht entsteht daraus auch mehr…

Ich Be-Streik Mal, oder? Workshop zu Streiken in prekären Zeiten
24.05. 18:00 Haus der Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Straße 4

Am Freitag: Party für praktische Bewegungsfreiheit

Am Freitag noch nichts vor? Kein Problem. Wir haben einen guten Tipp: BorderCrossing – eine Benefiz-Party für praktische Bewegungsfreiheit im Festsaal Kreuzberg. Beginn ist pünktlich um 23:59 Uhr. Live-Musik gibts von Brockdorff Klang Labor, später von den Plattentellern. Unten ein kleiner Teaser und die genauen Facts.

//Migration hat viele Gesichter. Eines davon ist Flucht. Gründe dafür gibt’s mehr als genug: politische Verfolgung, zu wenig Geld, Lust auf was anderes. Mauern und rassistische Einwanderungspolitik wiederum setzen dem Drang nach globaler Bewegungsfreiheit Grenzen. Aber nicht immer. Denn es gibt Mittel und Wege diese Grenzen zu überwinden, so zum Beispiel die binationale Schutzehe. Das Problem am Heiraten ist weniger, dass es heutzutage ziemlich out ist. Vielmehr sind die Finanzen das lästige an der Liebe fürs Hierbleiben. No money – no stay? Nicht mit uns! Denn wir finden: alle müssen sich frei bewegen können – nicht nur beim tanzen. Zu letzterem laden wir euch ein. Für die gute Sache, Techno und das Tanzbein. Be there or be square!//

Musik
// Brockdorff Klang Labor (live)
// Michael Placke (Exquisite Berlin/ Reclaim the Sparkasse)
// cath‘n‘dan (Eintakt)
// Herr Süss & Herr Sauer (Bounce)
// Christin & Ultraviolett (Romantik)

Visuals
// Vantage. (gprax)
// nice clean cut (gprax)

Freitag 16.05.08 // 23.59h
Festsaal Kreuzberg // Skalitzer Str. 130 // Kottbusser Tor

Danke! Merci! Thanks! Gracias! Spacibo!

nö
Ein paar Tage sind nun seit der Mayday-Parade vergangen. Zufrieden und voller Lust auf das nächste Jahr und die Zeit bis dahin blicken wir auf den 1. Mai zurück. An dieser Stelle möchten wir aber noch einmal die Gelegenheit nutzen und Danke! sagen.
Ein riesiges Danke geht an all diejenigen, die den Tag zu einem wahren Feier- und Kampftag der Lohnabhängigen und sonstwie Unterdrückten gemacht haben. Danke an alle HedonistInnen, an alle aufbegehrenden Jugendlichen, an die Flüchtlinge aus Berlin und Brandenburg, an alle prekär Beschäftigten und Studierenden. Ihr wart richtig viele und ihr wart super! (mehr…)

3. Mayday-Parade in Berlin

Nun ist es schon wieder vorbei: Der dritte Mayday in Berlin fand mit bis zu 7000 Teilnemer_innen statt. Natürlich gibt es unzählige Eindrücke vom 1. Mai, aber um es kurz zu halten: Es war toll!

Eine erste Einschätzung könnt ihr auf indymedia lesen.Und wie üblich: Während einige dem 1. Mai ein Politisches Comeback bescheinigen und offenbar die Diskussion über Proteste gegen die zunehmenden prekären Arbeitsverhältnisse begonnen hat, wagt der Politologe und Aktivist Peter Grottian Verbesserungsvorschläge für die Mayday-Parade im nächsten Jahr vorzubringen.

Neue Ideen wurden aber auch schon in diesem Jahr umgesetzt. Frei nach dem Slogan der zapatistischen Rebellion schreiten auch wir fragend voran. So hat die Gruppe FelS (Für eine linke Strömung) dieses Jahr unter dem Motto Die drei ??? eine Umfrage durchgeführt, bei der unsere eigenen Lebensbedingungen in den Vordergrund gerückt werden sollten. Mit Fragebögen und Interviews wurden Antworten auf die Lenbensrealitäten den Teilnehmenden, Gemeinsamkeiten und Widerstandsmöglichkeiten gesucht. Es ging darum herauszufinden wer wir – diejenigen auf der Parade – sind, wie wir uns ein schönes Leben vorstellen, wie dieses verwirklicht werden kann und was uns daran hindert das zu tun. Im Laufe der nächsten Monate soll es ein Auswertungs- und Diskussions-Treffen zu dieser Selbstuntersuchung geben. Nähere Infos demnächst hier.

Bilder von der Parade sind hier anzuschauen:

Umbruch Bildarchiv
Indymedia
Flickr1
Flickr2
Flickr3
Flickr4
Video freundeskreis videoclips
Ein Video der Samba-Band
Ein Radio Interview mit Philipp Stein einem Sprecher des Berliner Mayday-Bündnisses

Falls ihr uns eure Eindrücke schildern wollt, dann schreibt uns oder kommt zu unserem offenen Bündnistreffen am 13.Mai 2008 ab 19:30 im Versammlungsraum im Mehringhof (Gneisenaustr. 2a, Kreuzberg).

Die weiteren nächsten Termine:

7.5.08. 20:00 Zielona Gora, Grünbergerstr. 73
1968 und die ArbeiterInnen in Europa, Buchvorstellung mit Bernd Gehrke

9.5. 19:30 Cafe Größenwahn, Kinzigstr. 9
Heuschrecken sind keine Lösung, zur Kritik an einer falschen Kapitalismusvorstellung: mit Lothar Galow-Bergemann und TOP Berlin

16.05. 23:30 Festsaal Kreuzberg, Skalitzerstr. 130
„Bordercrossing“ Antira-Soliparty mit Brockdorff Klang Labor // Michael Placke // cath’n‘dan // Herr Süss & Herr Sauer // Christin & Ultraviolett

24.05. 18:00 Haus der Demokratie, Greifswalder Straße 4
Ich Be-Streik Mal, oder? Workshop zu Streiken in prekären Zeiten

Redebeiträge auf dem Mayday am 1. Mai in Berlin
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