2. Offene Bündnis Treffen

2. offenes Bündnistreffen am 17.02.2009

Hallo, das nächste Mayday-Bündnistreffen steht am 17.02. um 19:30Uhr in der K9 (Kinzingstr.9/ U-Bhf Samariterstr.) an und es gibt viel zutun. Kommt doch einfach vorbei!
Aus der Einladungsmail zum ersten Treffen:
(english version below):

An alle Prekären, ob organisiert oder nicht, kommt zum Mayday!

Der Mai rückt näher und die Prekarität wächst – die globale ökonomische Krise drückt immer mehr auf unsere Lebensbedingungen. Aber das ist lange kein Grund zur Resignation oder zur Anpassung im Konkurrenzkampf – stattdessen der Konkurrenz selbst den Kampf ansagen! Sich gemeinsam organisieren im Mayday!

Der Mayday begann 2001 in Mailand als Projekt der postfordistischen Linken und zielt darauf ab, sich nicht nur im eigenen revolutionären Kreis zu drehen, sondern die sich verändernden gesellschaftlichen Bedingungen und die voranschreitende Abschaffung des fordistischen Systems zu thematisieren. Ein System, das für einige Sicherheit bieten konnte, aber das uns entfremdet und unsere Illusionen geraubt hat. Der Mayday setzt die Prekarität auf die Agenda, die längst in der Mitte der Bevölkerung angekommen ist.

Der mittlerweile weltweiten Mayday-Bewegung geht es darum, eigene Subjektivitäten stark zu machen, aus der eigenen Perspektive des Studierenden, der SchülerInnen, der Hartz 4-EmpfängerInnen, des 1-Euro-Jobbers, des Zeitarbeiters, der Ich-AG, der ProjektarbeiterIn und der Menschen mit befristeten Verträgen zu argumentieren, zu kämpfen und sich zu organisieren. Es geht auch darum, schon organisierte Strömungen zusammenzubringen, die aus den verschiedensten Positionen schon lange die Prekarität bekämpfen: Flüchtlingsgruppen, die Frauenbewegung und fortschrittliche GewerkschaftlerInnen bspw.

Ziel des Maydays ist es, die Vereinzelung aufzuheben und den Konkurrenzkampf durch neue Praxen – seien es individuelle oder kollektive – etwas entgegenzusetzen. Nicht zuletzt soll der Mayday offen sein für alle, die ihre eigenen Arbeits- und Lebensbedingungen thematisieren und ihre Widerstandspraxen zum Ausdruck bringen wollen. Der Mayday setzt voraus, ein Prozess zu werden, eine fortwährende Organisierung verschiedener Gruppen und Einzelpersonen, die sich in ihren jeweiligen Kämpfen unterstützen.

2006 kam der Mayday das erste Mal nach Berlin. Dieses Jahr wollen wir zum vierten Mal eine Mayday-Parade organisieren und dem Mayday-Prozess wieder einen neuen Anstoß geben. Im letzten Jahr konnten wir schon erste Erfolge verbuchen – das Bündnis unterstützte vor und nach der Parade einige Arbeitskämpfe und führte zudem Aktionen gemeinsam durch. Kein Grund, sich auszuruhen – Weiter geht’s!

Die weltweite ökonomische Krise lässt weder uns noch den Mayday unberührt: Zum einen trifft sie viele aus unserer Mitte und verschärft die ohnehin unsichere Lebenssituation vieler. Zum anderen erhöht die Krise den Konkurrenzdruck unter uns und das Kapital will uns weismachen, dass es jetzt an der Zeit sei „den Gürtel enger zu schnallen“, anstatt sich gegen die kapitalistischen Unzumutbarkeiten zur Wehr zu setzen. Geld ist jedoch genug da, das haben die letzten Wochen und Monate der Finanzspritzen gezeigt. Es fließt jedoch an sich verspekulierende Unternehmen oder Konjunkturprogramme, um das System aufrecht zu erhalten. In die Röhre schauen immer die Gleichen: Eine menschenwürdige Existenzsicherung für alle ALG-II-EmpfängerInnen würde bspw. wesentlich weniger kosten.

Gerade jetzt kann der Mayday helfen, die Vereinzelung zu überwinden, ihr Organisierung entgegen zu setzen und widerständige Praxen zu stärken. Dazu muss der Mayday eingreifen, größer werden, stärker werden: Um all die Prekären zu vereinen, um viele individuelle und gemeinschaftliche Ausdrücke unseres Widerstandes zu finden, um gemeinsam am ersten Mai an die Geschichte des Widerstandes gegen Ausbeutung anzuknüpfen und um diese und uns selbst zu feiern!

Also auf zum gemeinsamen Organisieren und Kämpfen! Kommt zum Mayday Bündnis!

P.S.: Auch wenn wir manchmal die Binnen I Schreibweise verwendet haben und manchmal nicht: Gemeint sind immer Alle!

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To all precarious – organized or not – come to Mayday!

May is coming closer and precarious conditions are increasing – the global economic crisis is putting more and more pressure on our living and working conditions. But that’s not a reason to give up or become more competitive – it’s a reason to fight competition! It is a reason to individually and collectively organize ourselves and become part of Mayday!

Mayday started in 2001 in Milan, as a project of the post-Fordian left, with the aim of analysing and publicizing the changing societal conditions and the continuing roll-back of the Fordian system of production. That said, in no way does the Mayday movement idealize the Fordian system of production, which is, in itself, alienating and disillusioning. Mayday sees it’s task in continually putting precarious conditions on the agenda, reaching out beyond revolutionary circles and enabling individual and collective resistance throughout society.

The Mayday movement, which has become global in it’s reach, believes in strengthening one’s own subjectivity: arguing, struggling and organizing based on one’s perspective as a student, a school student, a person on benefits, a person earning a Euro an hour, a temp-worker, a project worker, a free-lance worker or a person with a limited contract. We also believe in bringing together different movements that are already struggling against precarious conditions: refugee- and migrant groups, critical artists, the women’s movement and progressive trade unionists to name a few.

The aim of Mayday is to abolish isolation and fight against competition with new individual and collective strategies and methods of resistance. Mayday is open to everyone that wants to analyse their own working and living conditions and struggle against these. Mayday is a process, in which groups and individuals can organize themselves and support each-other in their different struggles.

In 2006 Mayday arrived in Berlin. This year, we want to organize the Mayday Parade for the fourth time and launch the Mayday process again. Last year, we were successful in a couple of struggles – the coalition supported workers struggles and organized actions before and after the parade. However, this is not a reason to relax and reflect on the past – let’s continue the struggle!

The world-wide economic crisis has neither spared us nor Mayday: On the one hand it has hit many in our midst and created even more insecurity for many, who were already living precariously. On the other hand, the crisis increases competition between us, and those with money and power are trying to convince us that we need to be even more careful instead of rebelling against the capitalist logic. There is actually enough money in circulation – this is reflected in the immense sums pumped into some of the wealthiest and most powerful corporations and banks, in order to keep the system going. Increasing the amount of money that people on benefits receive, in order to allow them to live in a humane way, would cost a lot less.

Especially now, Mayday can help abolish individual isolation, by strengthening collective organization and acts of resistance. Mayday needs to act, grow and become stronger, in order to unite all precarious and find many individual and collective expressions of resistance! It also needs to celebrate our common history of resistance to exploitation on the first of may!

So let’s organize and fight together! Come to the Mayday coalition!