Entwicklung für junge Generation: Praktika, Leiharbeit, Zeitarbeit und befristete Jobs

Auf dem Kongress Junge Generation der IG-Metall wurde eine repräsentative Umfrage des Instituts TNS Infratest Politikforschung vorgestellt. In dieser heißt es, dass Praktika, Zeitarbeit, Leiharbeit und befristete Jobs immer mehr die Lebenserfahrung junger Menschen entspricht. Die IG-Metall Jugend hat aus dem Grund eine Kampagne Operation Übernahme gestartet, wo sie sich für eine bessere Zukunftsperspektive gerade von Auszubildenden einsetzen.

Auf yahoo-news steht dazu:

IG Metall warnt vor fatalen Entwicklungen für junge Generation

Berlin (AP) Die IG Metall hat angesichts der Situation auf dem Arbeitsmarkt vor fatalen gesellschaftlichen Entwicklungen für die junge Generation gewarnt. Praktika, Leiharbeit, Zeitarbeit und befristete Jobs prägten immer mehr die Lebenserfahrung junger Arbeitnehmer, heißt es in einer repräsentativen Studie des Instituts TNS Infratest Politikforschung im Auftrag der Gewerkschaft. Der Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, erklärte, diese Entwicklungen gefährdeten die Zukunftsfähigkeit der gesamten Gesellschaft.

«Das Normalarbeitsverhältnis ist auf dem Rückzug. Über 30 Prozent der Erwerbstätigen unter 35 Jahren arbeiten in prekären Arbeitsverhältnissen. Bei Berufseinsteigern unter 24 Jahren sind sogar vier von zehn in befristeter Beschäftigung», sagte der Zweite Vorsitzende, Detlef Wetzel, am Samstag bei der Vorstellung der Studie in Berlin.

Die junge Generation sei zwar motiviert, werde aber von ihren Arbeits- und Lebensbedingungen ausgebremst. In der aktuellen Krise zeichne sich bereits jetzt eine überproportionale Betroffenheit der Jungen ab. Nach den Ergebnissen der Studie verlieren junge Arbeitnehmer sechsmal häufiger ihren Arbeitsplatz als ältere (über 35-Jährige). Fast vier von zehn jungen Erwerbstätigen (37 Prozent) haben in ihrem bisherigen Berufsleben den Arbeitsplatz ungewollt gewechselt und jeder dritte (32 Prozent) war bereits mehr als sechs Monate arbeitslos.

Nur ein Viertel der unter 35-Jährigen glaubt, dass es ihnen bessergehen wird als ihren Eltern. Und bei der älteren Generation ist diese Skepsis sogar noch größer, nur sechs Prozent erwarten eine bessere Zukunft für die Jugend. Die Erhebung belege, dass bereits die Schul- sowie die Berufsausbildung die Prekarisierung bestimme. Besonders deutlich werde, dass vor allem Hauptschüler geringe Chancen hätten, der Falle Prekariat zu entfliehen. Große soziale Unterschiede und strukturelle Ungerechtigkeiten prägten zunehmend die Gesellschaft.

Huber fordert Ende der Generation Leiharbeit

«Die Diagnose ist ernüchternd: Unsere Gesellschaft hat ihren Zukunftsoptimismus verloren», sagte Huber. Er bezeichnete die Umfrageergebnisse als Warnsignal. «Eine Gesellschaft, die die Entfaltungsmöglichkeiten und Perspektiven ihrer jungen Generation stiefmütterlich behandelt, gefährdet die Zukunftsfähigkeit der gesamten Gesellschaft.»

Huber forderte zur Umkehr auf: «Es muss Schluss sein mit der Generation Praktikum, Schluss mit der Generation Leiharbeit, Schluss mit der Generation Befristung.» Junge Menschen hätten das Recht auf reguläre Arbeit. Es müsse für Eltern wieder zu einer Selbstverständlichkeit werden, sagen zu können: «Unseren Kindern wird es einmal bessergehen.»

Quelle: http://de.news.yahoo.com/1/20090425/tde-ig-metall-warnt-vor-fatalen-entwickl-61556ad.html