Archiv für September 2009

Prekäres Studentenwerk: Studierende unterstützen Beschäftigte

Am Freitag, den 25. September, zeigten Studierende ihre Unterstützung den Beschäftigten des Berliner Studentenwerkes. Auf indymedia steht dazu:

Gestern, den 25. September, fand eine Personalversammlung von rund 500 Beschäftigten des Berliner Studentenwerks an der Freien Universität statt. Auf der jährlichen Versammlung wurde auch über drohende Lohnsenkung- und Arbeitszeitsverlängerungspläne des Studentenwerks gesprochen. Studentische AktivistInnen unterbrachen die Versammlung, um ihre Solidarität mit den Beschäftigten zu bekunden und ihre Unterstützung im Falle eines Arbeitskampfes im Studentenwerk zuzusichern.
Die Geschäftsführerin des Studentenwerks, Petra Mai-Hartung, will so genannte „Un- und Angelernte“ in eine Niedriglohngruppe abstufen – sie betrachtet diese Gruppe als „Knautschzone“, auf deren Rücken Einsparungen erzielt werden sollen. Bereits jetzt sind im Berliner Studentenwerk viele LeiharbeiterInnen beschäftigt, die nur 50% des regulären Lohns bekommen.

Auf dieser Personalversammlung intervenierten etwa 30 studentische AktivistInnen des Bildungsstreiks. In der unter anhaltendem Jubel der Beschäftigten verlesenen Grußbotschaft sicherte die studentische Delegation ihre Solidarität mit den Forderungen der StudentenwerksmitarbeiterInnen zu. Die Studierenden bekräftigten: „Wir werden im Falle eines Arbeitskampfes voll hinter den Streikenden stehen.“ Unter anderem forderten sie die Verwandlung aller Leiharbeitsplätze in feste Anstellungen und die Angleichung der Löhne an den bundesweit geltenden Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes, aus dem das Land Berlin ausgetreten war, um auf dem Rücken der Beschäftigten Kosten zu senken. (mehr…)

Buchvorstellung und Diskussion: Zahltag. Zwang und Widerstand: Erwerbslose in Hartz IV.

Aktion Zahltag – Beginn einer neuen Erwerbslosenselbstorganisierung? Mit der Berliner Initiative „KeineR muss allein zum Amt“, Anne Seek, Erwerbslosentreff in der Lunte, Holger Marcks FAU, Peter Nowak ,Herausgeber des Buches Zahltag. Nach dem Ende der Montagsdemonstrationen vor 5 Jahren schien die Erwerbslosenbewegung im Tiefschlaf zu liegen. Doch seit einiger Zeit finden in zahlreichen Städten Zahltagaktionen und auch die Aktion »Niemand muss allein zum Amt« unter Erwerbslosen viel Zustimmung. Von Köln und Oldenburg aus haben sich die Aktionen nach Berlin, Bonn, das Rhein-Main-Gebiet ausgebreitet. Denn damit konnten Erwerbslose zumindest teilweise ihre Angst im Jobcenter überwinden und ihre eigene Situation verbessern.

Am Roten Abend werden AktivistInnen der Berliner Initiative „KeineR muss allein zum Amt“ über ihre Erfahrungen berichten.

Nowak, Peter (2009): Zahltag. Zwang und Widerstand: Erwerbslose in Hartz IV.
(Link zum Verlag hier)

07.10. | 20:00Uhr | Roter Abend: Zahltag. Zwang und Widerstand: Erwerbslose in Hartz IV.
Zilona Gora (Grünbergerstr.73)

Veranstaltungsbericht: „Zahltag – Beginn neuer Erwersblosenproteste?“

Berichte zum Aktionstag „Wir zahlen nicht für Eure Krise“

Hier eine kleine Zusammenstellung von Zeitungsartikel und Berichte vom bundesweiten Aktionstag „Wir zahlen nicht für Eure Krise“ am 17.09. Und von KanalB ein Video zur Aktion beim Jobcenter-Moabit. Viel Spaß beim lesen und schauen:

Indymedia Artikel 1
Indymedia Artikel 2

Neues Deutschland
Berliner Zeitung
TAZ
Heise.Online
Junge Welt

Bericht auf dem Blog „Keine/r muss allein zum Amt!“
Bericht bei FelS

Bundesweiter Aktionstag am 17. September

Bundesweiter Aktionstag am 17. September

Am 17.09. 2009 finden bundesweit in vielen Städten Aktionen,
Kundgebungen und Demonstrationen unter dem Motto „Wir zahlen nicht für
eure Krise!“ statt.

Mit dem Aktionstag will das Bündnis vor den Bundestagswahlen ein deutliches Zeichen setzen gegen die Abwälzung der Krisenfolgen auf Kosten der Erwerbslosen, Beschäftigten, SchülerInnen und Studierenden, MigrantInnen und RentnerInnen.
„Die Krise gehört den Reichen. Die Zukunft gehört uns.
Wir sind nicht bereit, die Folgen der Krise zu tragen:

* nicht durch Sozialabbau und Lohndumping
* nicht durch Einsparungen bei der Infrastruktur
* nicht durch verstärkten Raubbau an der Natur
* nicht durch Demokratieabbau

Damit ihre Krise nicht zu unserer Katastrophe wird, brauchen wir eine Intensivierung der Proteste. Widerstand wird nur gemeinsam erfolgreich sein. Vor Ort, bundesweit und global.

Der Aktionstag bietet die Möglichkeit, gemeinsame Aktionen durchzuführen und in weiteren Städten lokale Bündnisse zu gründen.“

Im Berliner Bündnis “Wir zahlen nicht für eure Krise!” arbeiten schon seit einiger Zeit verschiedene Organisationen, Gruppen und Initiativen zusammen. Für den 17. September wird zu verschiedenen Aktionen und Kundgebungen mobilisiert:

* 9 Uhr | Aktion vorm Jobcenter: “KeineR muss allein zum Amt”
Jobcenter Mitte (Sickingenstr. 70)

* 13 Uhr | Stadtpolitische Aktion: “Die Krise findet Stadt – Wir übernehmen den Laden”
Senatsverwaltung (Fehrbelliner Platz)

* 16 Uhr | Zentrale Kundgebung: Rettungspakete für die Menschen statt Milliarden für die Banken! Aktion Banküberfall: Sozialer Ungehorsam bei Profiteuren der Krise
Wittenbergplatz

* 20 Uhr | Videokundgebung: Internationale Arbeitskämpfe gegen die Krise
Rathaus Neukölln

* all day: “Kostenloser Nahverkehr für alle”: Umsonst fahren zwischen den Aktionen. Klimagerechte Mobilität für alle!

Mehr Informationen: http://www.kapitalismuskrise.org/

Veranstaltung: Arbeitskampf auf eigene Faust 03.-04.10.

Arbeitskampf auf eigene Faust – 40 Jahre „Septemberstreiks“

Betriebskämpfe, Gewerkschaften, spontane Streiks

Wenn die Profite einbrechen, bekommen das zuerst die Beschäftigten zu spüren. In der Wirtschaftskrise sehen sich die Konzerne gezwungen, ihre Stellung auf dem Weltmarkt zu behaupten und auszubauen – auf Kosten der Belegschaften. Nicht nur in der Bundesrepublik, sondern rund um den Globus verschärfen sich die Angriffe auf den Lohn, die Arbeitsbedingungen und die sozialen Sicherungssysteme. Zugleich wächst das Heer der Erwerbslosen und schürt die Angst vor dem sozialen Abstieg – Rausschmiss, Arbeitsamt, Hartz IV.

Zur Wut auf die Selbstherrlichkeit der Konzernchefs und -manager gesellt sich in vielen Belegschaften deshalb die Furcht vor der Vernichtung von Arbeitsplätzen oder des gesamten Standortes. Die KollegInnen hoffen, dass ihre Gewerkschaft das Schlimmste abwenden kann. (mehr…)

Fragwürdiges Eingreifen von ver.di im Babylon-Konflikt

Presseerklärung – 03.09.09 von FAU Berlin

Im seit Monaten andauernden Arbeitskonflikt im Berliner Kino Babylon Mitte zeichnet sich eine seltsame Entwicklung ab. Wie der Presse vom 03.09.2009 zu entnehmen ist, lädt die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di die Geschäftsleitung der Neuen Babylon GmbH nun zu Tarifverhandlungen. Dies erscheint in verschiedener Hinsicht ominös.

Mehrfach war zuletzt in der Presse zu lesen, insbes. Vertreter der Linkspartei würden Gespräche in Sachen Babylon Mitte führen. Da jedoch von dieser Seite keinerlei Gespräche mit der Belegschaft oder der FAU Berlin stattfanden, kann die FAU Berlin nur vermuten, dass jene Gespräche wohl auf eine Intervention ver.dis abzielten. Auch die Tatsache, dass ver.di-Landesbezirksvize Andreas Köhn, das Babylon Mitte zur „Chefsache“ erklärt hat, legt politische Einflussnahme nahe. „Sollte sich dies bewahrheiten“, so Lars Röhm, Sekretär der FAU Berlin, „wirft dies unangenehme Fragen auf. Schließlich hatten Vertreter der Partei mehrfach argumentiert, sie dürften in den Tarifkonflikt nicht eingreifen.“ (mehr…)