Archiv der Kategorie 'Mayday'

Prekäres Babylon: Bericht zur Videokundgebung

Am 27.09. fand vor dem Babylon-Mitte die Videokundgebung des Mayday-Bündnis Berlin statt. Rund 80-100 Menschen waren erschienen und drückten so ihre Solidarität mit den kämpfenden Beschäftigten aus. In der Jungen Welt ist am Samstag dazu ein Artikel erschienen:

Solidarität mit Babylon-Beschäftigten
»Mayday-Bündnis« fordert Tarifverhandlungen. Linkspartei hat Kommunikationsproblem
Von Florian Möllendorf

Etwa 100 Menschen versammelten sich am Donnerstag abend auf dem Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin-Mitte, um den Kampf der Beschäftigten des Kinos Babylon für einen Tarifvertrag zu unterstützen. Das »Mayday-Bündnis« Berlin hatte zu einer »Videokundgebung« vor dem Filmtheater aufgerufen. In mehreren Redebeiträgen wurden die schlechten Arbeitsbedingungen in dem Lichtspielhaus kritisiert. Die Aktivisten forderten die Geschäftsführer des Kinos auf, endlich über einen Tarifvertrag zu verhandeln. (mehr…)

Prekäres Babylon: Videokundgebung des Mayday-Bündnisses am 26.08.

Prekäre Arbeitsverhältnisse überall angreifen!
Unterstützen wir die kämpfende Belegschaft des Babylon!


27. 08. | 20Uhr | Videokundgebung
Rosa-Luxemburg-Platz


Das Kino Babylon-Mitte

Seit Mitte Juni wird im Kino Babylon Mitte ein Arbeitskampf geführt. Hintergrund ist die Weigerung der Geschäftsführung, über einen Haustarifvertrag zu verhandeln, den die Belegschaft gemeinsam mit ihrer Gewerkschaft FAU entworfen hatte. Dieser Tarifvertrag fordert Löhne von denen mensch leben kann, Nacht- und Feiertagszuschläge, die sofortige Umwandlung aller befristeten in unbefristete Verträge, eine ordentliche Entlohnung von PraktikantInnen, kurzum: das sofortige Ende prekärer Verhältnisse im Babylon Mitte. Weil sich die Geschäftsführung des Babylon weigerte, über den Tarifvertrag zu verhandeln, ruft die FAU seit einigen Wochen zum Boykott des Kinos auf.

Das Berliner Maydaybündnis unterstützt die kämpfenden Beschäftigten des Babylon. Sie machen deutlich, dass man sich gegen prekäre Arbeitsverhältnisse wehren kann. Als Mayday-Bündnis setzen wir uns für die Selbstorganisierung von Beschäftigten gegen ihre prekären Arbeits- und Lebensbedingungen ein, nicht nur auf den von uns organisierten Paraden am 1. Mai. Uns ist ein Widerstand im Alltag, am Arbeitsplatz, an der Uni, der Schule oder dem Jobcenter wichtig. So haben wir die streikenden BesucherbetreuerInnen des Berliner Technikmuseums ebenso unterstützt wie kämpfenden Beschäftigten im Einzelhandel. Die Beschäftigten des Babylon machen deutlich, dass man sich gegen prekäre Arbeitsbedingungen auch in der Kinobranche wehren kann.

Großes Kino – kleine Löhne!

Dort sind wenig Lohn und schlechte Arbeitsbedingungen die Regel. Dagegen haben wir mit der Kampagne „Mir reicht’s…nicht“ im Vorfeld und während der Berlinale 2008 interveniert. Dazu gehörte auch eine Solidaritätsaktion mit den für einen neuen Tarifvertrag kämpfenden Beschäftigten des Cinemaxx-Kinocenters am Potsdamer Platz im Dezember 2007. Wir sehen den Arbeitskampf der Babylon-Beschäftigten im gleichen Zusammenhang. Ob im Großkino a la Cinemaxx oder im subventionierten Programmkino wie im Babylon: die Beschäftigen müssen sich Löhne von und Arbeitsbedingungen mit denen sie leben können erkämpfen. Unterstützen wir sie dabei:

Wir wollen mit dieser Videokundgebung deutlich machen, dass prekäre Arbeitsbedingungen überall gekämpft werden kann und dass der Arbeitskampf im Babylon keine Privatangelegenheit der Beschäftigten sind. Wir wollen in Radiobeiträgen und Videos über den Arbeitskampf im Babylon und Widerstand gegen prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen informieren. Anschließend wollen wir denjenigen, die aus Solidarität mit den Beschäftigten auf einen Kinobesuch verzichten, einen Filmabend der anderen Art mit einem Überraschungsfilm bieten.

Mayday-Bündnis Berlin

weitere Infos unter prekba.blogsport.de

Bildungsstreik: „Bildung für alle und zwar Umsonst!“

Diesen und ähnliche Slogan skandierten Schüler_Innen und StudentInnen die letzten Tage auf den bundesweiten Bildungsstreik. So demonstrierten am Mittwoch bundesweit mehr als 250.000 Menschen um sich für ein besseres Schul- und Unisystem einzusetzen. Zahlreiche Demonstrationen fanden aus dem Grund in vielen Städten statt. In Berlin sprechen die VeranstalterInnen von ca. 27.000 Demonstrations TeilnehmerInnen.

Die SchülerInnen kritisieren u.a. das selektive Drei-gliedrige Schulsystem, dass eine Bildungschancengleichheit faktisch unmöglich macht. Auch kritisieren sie die zu große Klassen und setzten sich für mehr Pädagogen in den Schulen ein. Die Studierenden kritisieren ebenfalls die überfüllten Hörsäale- und Seminarräume. Des weiteren verschärfe das Bachelor- und Masterstudium die Situation der Studierenden und führte bislang zu einer Verschulung des Studiums. Sowohl die StudentInnen als auch die SchülerInnen kämpften so für ein bessere Bildung für alle unabhängig der Herkunft der Eltern und deren Geldbeutel. Und für eine Bildung, die nicht an kapitalistische Marktinteressen orientiert ist.

Am Donnerstag fand im Rahmen des Bildungsstreik die Aktion „Banküberfall“ statt. Nachdem mehrere hundert Menschen in Berlin die Kreuzung auf dem Los-Angeles-Platz vor der Hypo Real Estate besetzt hatten, starteten nach einigen Redebeiträge mehrere Menschen um Banken in der Umgebung symbolisch zu „überfallen“. 40 Leute schafften es in die Commerzbank in der Tauentzienstr. und knapp 50 Leute in die Deutsche Bank. Nach Beendigung der Aktion wurden die StudentInnen und SchülerInnen von der Polizei in der Bank festgehalten und einzeln zur Personalfeststellung aus der Bank begleitet.

Die Proteste gehen weiter: Bildung für alle und zwar Umsonst!

Meute macht Beute – Bericht zum Workshop „KeineR muss allein zum Amt“

oder: Weitere Schritte in Richtung eines Zahltags in Berlin

Bericht über den Workshop zum Begleitschutz bei Jobcentern am 13. Juni 2009 im Haus der Demokratie, Berlin.

„Wenn wir mit einem Beistand zum Amt gehen, dann erleben die meisten Hartz IV-EmpfängerInnen viel mehr Freundlichkeit – oder anders ausgedrückt: Wir erleben besseres Benehmen der SachbearbeiterInnen.“ So berichten zwei Oldenburger „Zahltag“-Aktivisten.

Am Samstag war es endlich soweit: Vertreter der Oldenburger Gruppe ALSO (Arbeitslosen-Selbsthilfe Oldenburg) besuchten die Berliner AktivistInnen, die seit einigen Monaten versuchen die solidarische Organisierung unter Hartz IV-EmpfängerInnen voranzutreiben.

Insgesamt 50 Interessierte versammelten sich im Haus der Demokratie und bildeten sich über die Möglichkeiten auf dem Amt „Solidarisch zu begleiten“ fort. Dass es sich dabei nicht nur um eine individuelle Unterstützung von Hartz IV-EmpfängerInnen, sondern um einen politischen Organisierungsansatz handelt, wurde anhand der kleinen Vorträge der Oldenburger und vor allem einem Dokumentarfilm deutlich. In diesem bildeten mehr als zehn Personen einen Beistand und begleiteten einen ALG-II-Empfänger zur ARGE in Oldenburg. Im Büro des Sachbearbeiters, einem den Aktivisten gut bekannten und repressiven Mitarbeiter der Oldenburger ARGE, verkündeten Betroffener und Beistand: „Wir bleiben hier bis hier und heute dem Familienvater das Geld ausgezahlt wird.“ Der Film endet mit einem Happy End: das Geld konnte eingefordert und damit deutlich gemacht werden, dass es möglich ist eine solidarische Gegenmacht aufzubauen.

Doch was ist ein Beistand eigentlich? Ein Beistand ist eine Unterstützung, die sich Betroffene zu Ämtergängen organisieren können, so steht es im Sozialgesetzbuch (SGB). Der Beistand kann als Zeuge dienen, moralische Unterstützung geben und bei der Durchsetzung von Rechten helfen. Es geht darum solidarisch mit den Betroffenen zu handeln, nicht für sie, so betonten die Referenten. Auch reicht es, wenn man mitgeht und sagt „Ich bin der Beistand“, weder Name noch Ausweis müssen kundgetan werden. Diesem widersprechen die Amt-Mitarbeiter häufig, aber zu Unrecht, so wurde in der Rechtssprechung immer wieder festgestellt. Einer der beiden Oldenburger drohte einmal, als der Sachbearbeiter seinen Ausweis als Beistand forderte, einfach mit Amtsanmaßung. Das hatte gewirkt, schon konnte der Beistand sitzen bleiben, ohne Personalausweis-Kontrolle, „ich nannte mich einfach Herr Beistand“, so der Aktivist. Dass die Beistände den Ämtern und Sachbearbeitern unlieb sind, wurde in den Geschichten der Oldenburger immer wieder deutlich: So versuchen Sachbearbeiter zu verhindern, dass Beistände aus mehreren Personen bestehen und das Büro plötzlich voll von Menschen ist. Aber auch das ist rechtens, erzählen die Oldenburger aus ihren Erfahrungen, denn „ein Beistand“, so das SGB, ist kein Zahlwort! (mehr…)

Tonight I‘m gonna party like it’s 1929!

Das Ultimative Mayday Krisenfest!

Im Gepäck und auf die Ohren:
# Lorena and the Doublettes #
# Maebh Ni Shiosta – Live Electronica #
# X.A.Cute Soundsystem – Dub Aerobeat Elektro #
# and more DJ’s … #

Unvergesslich und legender am
30. Mai ab 22:00Uhr im Trickster in Kreuzberg

Tonight I‘m gonna party like it’s 1929!

30. Mai | 22:ooUhr | Trickster
Oberbaumstr. 11 HH (U-Bhf Schlesisches Tor)

Farbattacke auf Finanzministerium

Während der Mayday-Parade am 01.Mai kam es zur Verschönerung der Fassade des Finanzministeriums. Auf Indymedia steht dazu:

Die Farbattacke ist ein charmant vorgetragener Protest an der Krisenpolitik der Regierung. Auf Papierschnippseln, die bei der Aktion auch durch die Luft flogen, war zu lesen: „Wir sollen für die Krise bezahlen. Das tun wir heute – in unserer Währung. Die ist bunt, 300g schwer, liegt gut in der Hand und hat beste Flug-Eigenschaften. Der Kapitalismus ist in der Krise? Der Kapitalismus IST die Krise. Wer dieses System retten will und die Krise auf ArbeiterInnen, Erwerbslose und prekär Beschäftigte abwälzt, riskiert soziale Unruhe. Bitte schön.“
Quelle: http://de.indymedia.org/2009/05/249090.shtml

Diese Aktion ist Thema bei der RBB-Abendrundschau gewesen. Auch ein weiteres Youtube-Video unter dem Titel „The Crises belongs to you“ ist auftaucht. Seht selbst.

Farbattacke / RBB-Abendschau from Just.Collective on Vimeo.

Super! Spitze! Der 01. Mai war Tag des Schirms!

Es war SUPER! Trotz Routenverbot ließen sich rund 5.000 Teilnehmer_Innen nicht den 01. Mai verderben und kamen mit Schirm, Charme und Melone zum Auftaktsort der diesjährigen Mayday-Parade. Nach dem Auftaktskonzert von Incredible Herrengedeck und der Einübung einer Choreographie, die nebenbei bemerkt von zwei wunderbaren ModeratorInnen vorgeführt und von noch viel wunderbareren hunderten Teilnehmer_Innen nachgemacht wurde, setzte sich die Parade mit sieben Wagen bunt, laut und kreativ in Bewegung. Tausende demonstrierten gegen prekäre Arbeits- und Lebensverhältnisse, den Zwang zur Lohnarbeit oder für eine gesundheitliche Grundversorgung für Alle! So gab es unter anderem einen Wagen der Flüchtlingsinitiative Berlin-Brandenburg und der Gruppe Für eine linke Strömung, der sich mit dem Thema Gesundheit beschäftigte und einen bedingungslosen Zugang zur medizinischen Grundversorgung auch für Menschen ohne Pass forderte. Auf der Höhe Unter den Linden Ecke Friedrichstraße wurde mehrfach auf das Routenverbot hingewiesen und dass hier eine Demonstrations- und Protestfreiezone geschaffen wird. Während der Parade gab es zahlreiche Aktionen am Rande, so wurde u.a. die Fassade des Finanzministeriums verschönert. Am Abschlussort Moritzplatz spielten zum Abschluss noch die Band Boombaker und rundeten so die Parade ab.

Video zur Parade
KanalB Kurzimpressionen
10min vom Anfang der Parade

Bilder zur Parade
Bilder 1
Bilder 2
Bilder 3

Presse zur Parade

Neues Deutschland
Indymedia Artikel 1
Indymedia Artikel 2
TAZ Ticker
Märkische Allgemeine
BZ
Welt Newsticker
Berlinonline.de
Süddeutsche
Bild
TAZ

Keiner muss allein zum Amt! – Teil II: 28.04. Neukölln

Anfang März fand zum ersten Mal in Berlin eine Zahltag-Aktion unter dem Motto „Keiner muss allein zum Amt“ in Pankow statt. Morgen soll ab 10:00Uhr zum zweiten Mal diese Aktion in Neukölln (Sonnenallee 242) auf den Umstand des Solidarischen Begleitschutzes hingewiesen und Leute ermutigt werden sich an einen Pool zu betieligen, der einen solidarischen Begleitschutz selbstorganisiert anbietet. Vor Ort wird es Personen geben, die Beratung anbieten, solidarischen Begleitschutz machen und die Stimmen der Leute in einer Mecker-Ecke einfangen. Also kommt ruhig vorbei! Solidarität statt Prekarität!

Im Flyer zur Aktion heißt es:


Sich gegenseitig begleiten…

Sich begleiten lassen, andere Leute begleiten und Erfahrungen austauschen ist das Motto. Denn keineR muss allein aufs Amt! Wurden sie schon einmal begleitet und haben damit gute Erfahrungen gemacht? Oder haben sie einfach Lust, Leute bei ihrem Termin zu helfen? Können Sie sich vorstellen, ein- oder zweimal im Monat BezieherInnen von Hartz-IV als Beistand zu begleiten? Oder haben Sie vielleicht den ein oder anderen Trick, mit dem der Termin im Amt ganz besonders angenehm wird? Dann melden Sie sich bei uns ! Kontakt: jobcenter.begleitung@web.de

Mobilisierungsclip Berlin 2009

Maydayplakate gesichtet!!!

(mehr…)

Mayday Vorfreuden Fete

VICTOR DEN
ARSCH RETTEN*

24.04. * 22 H * Electro-Soliparty und Mayday-Vorfreude-Fete

Infos:
Unser Freund Victor hat bei der O2-World-Eröffnung seinen
Allerwertesten gezeigt. Nun muss er für seine Art „Gesicht
zu zeigen“ eine Strafe über mehrere Hundert Euro blechen.
Drum feiern wir mit ihm für mehr nudistische Wagnis und
gegen Mediaspree.

DJ_anes:
*Chromos
*Klangfete von Aktion Mediarave http://myspace.com/klangfete
*Paul Perry (angefragt) http://myspace.com/minimalgefluester

Location:
TEK36 Jugendladen
Köpenicker Straße 189
Berlin Kreuzberg
U Schlesisches Tor

Spende:
2 EUR (nach 24 H 4 EUR)

Veranstaltungen der nächsten Woche

Prekäres Leben – Lager für MigrantInnen in Deutschland und Widerstand gegen die Lagerunterbringung.
Montag 20.04., 19:30h, Versammlungsraum im Mehringhof (Gneisenaustr. 2a)

Es wird das Lagersystem in Deutschland analysiert. Verschiedene Gruppen die Widerstand leisten stellen sich vor. Veranstaltet zusammen mit der Flüchtlingsinitiative Brandenburg.
Veranstaltet von FelS zusammen mit der Flüchtlingsinitiative Brandenburg.

Risse im Putz . Autonomie, Prekarisierung und autoritärer Sozialstaat
Dienstag 21.04. , 19:30h, Schwarze Risse im Mehringhof (Gneisenaustr.2a)

Diskutiert werden sollen vor allem die Veränderungen der Arbeitswelt und der Wandel des Sozialstaates der letzten Jahre. Hierbei sollen nicht nur die immer weiter voranschreitenden Prozesse von Prekarisierung in Arbeit und Leben und die Neuausrichtung der Systeme der sozialen Sicherung auf Prinzipien des Workfare beleuchtet werden, vor allem sollen Handlungsmöglichkeiten sozialer Akteure innerhalb dieser neuartigen Konstellation im Fokus liegen und abschließend zusammen mit den TeilnehmerInnen diskutiert werden.
Eine Diskussionsveranstaltung mit der Gruppe Blauer Montag (HH) und FelS (Für eine linke Strömung).

MediaspreeVersenken! – Was ist? Was war? Was tun?
Donnerstag 23.04., 19:00h, Kato (U-Bhf Schlesisches Tor)

Mediaspree ist getroffen, aber längst noch nicht versenkt. Wie soll es weiteregehen? Rückblick, aktuelle Situation, Diskussion.
Eine Veranstaltung von Mediaspree Versenken!

„Zerstör‘ die Firma in dir.“*
Freitag 24.4., 20h, B-Lage (Mareschstr. 1)

Ein Abend mit einem Hörspiel von René Pollesch. Anschließend
professionelle Schallplattenunterhaltung von fin.

Weitere Termine findet ihr hier.

Mayday Aufrrrrrruf 2009!

Der Mayday Aufruf 2009 ist fertig gelayoutet und wird demnächst für Euch an zahlreichen Orten zum in die Hand nehmen bereit liegen. Er wird in zwei Sprachen veröffentlich: deutch und englisch. Die Vorderseite solltet ihr mit zur Parade nehmen, eine Verwendung wird sich dafür finden! Ihr könnt Euch hier den komplett durchgelayouteten Aufruf anschauen. Wenn ihr nur den Text lesen wollt, dann klickt hier.

Da uns viele Terminhinweise erreichen, haben wir die Terminrubrik erweitert. Es befinden sich jetzt nicht nur Termine vom Mayday-Bündnis. Schaut doch einfach in der Termin-Rubrik ab und zu vorbei. Es lohnt sich!

Veranstaltung: Linke Intervention und Selbstorganisation in soziale Kämpfe

Am Mittwoch fand die Veranstaltung Linke Intervention und Selbstorganisation in soziale Kämpfe des Mayday-Bündnisses Berlin im Kato statt. Rund 45 Menschen saßen, lauschten und diskutierten gemeinsam über die Frage des Verhältnisses von betrieblicher und außerbetrieblichen Kämpfen. Für die Diskussion gab es vier Inputs: Der erste handelte von der ersten Zahltag-Aktion in Berlin Anfang März dieses Jahres, der zweite von den Schwierigkeiten beim Bahnstreik aus der Sicht von GDL und Transnet, der dritte Input handelte über das Gewerkschaftliche Organizing-Konzept, wo versucht wird eine aktivistisches Basis in den Gewerkschaften zuorganisieren, und der letzte Input handelte vom AEG-Streik in Nürnberg und der Zusammenarbeit von den Streikenden und Initiativen im Kiez. Zur Veranstaltung ist auch ein Artikel im Neuen Deutschland von Peter Nowak erschienen, lest selbst:

Von den Mühen der Ebene

Von Peter Nowak

»Der Kampf gegen Arbeitslosigkeit beginnt in den Betrieben.« Wie Betriebskämpfe von linken Bewegungen unterstützt werden können, diese Frage diskutierten am Mittwochabend Aktivisten in Berlin. Eingeladen hatte das Berliner MayDay-Bündnis, das auch in diesem Jahr am 1. Mai zur Parade gegen prekäre Arbeits- und Lebensbedingungen aufruft.

Ausgewertet wurde unter anderem der Bahnstreik im vergangenen Jahr. »Die Beschäftigten haben Vertrauen in ihre eigene Kraft gewonnen«, da sind sich die Vertreter der konkurrierenden Bahngewerkschaften Transnet und GDL einig. Geholfen habe dabei auch das Engagement linker Unterstützer »beim Druck von Flugblättern und bei der Organisierung von Demonstrationen«, sagt Sören von der Lokführergewerkschaft GDL. Über linke Gruppen, die den Streikenden auf Flugblättern ausführlich den Kapitalismus erklären wollen, äußert er sich deutlich skeptischer.

Darin ist er sich mit der ver.di-Organizerin Franziska einig. Bei Fragen der Organisierung gehe es um langfristige Ziele, nicht um schnelle Antworten. In Göttingen ist es dem Organizing-Team von ver.di gelungen, etwa die Hälfte der 150 von massiven Gehaltskürzungen bedrohten Beschäftigten des Göttinger Universitätsklinikums zu organisieren. (mehr…)

Demonstrationsrecht außer Kraft! – Paradenroute wurde nicht in der Form genehmigt

Die Wirtschaftskrise zeigt ihre Wirkung: Der Staat setzt Rechte faktisch außer Kraft! Proteste und Protestierende bekommen die Auswirkungen der Krise, die sie nicht einmal verursacht haben, stark zuspüren. Repressionen und politische Ausdrucksformen werden in ganz Europa behindert. Für den NATO Gipfel in Strasbourg wurden das Schengen-Abkommen außer Kraft gesetzt und mit absurden Einreiseverboten Menschen daran gehindert, ihre Meinung zu äußern. Gleichzeitig verhalten sich die Ordnungskräfte deutlich gewaltbereiter. So kam es am Ende der ‚Wir zahlen nicht für eure Krise‘ Demonstration am 28.03. in Berlin zu ungerechtfertigten Übergriffen durch Polizisten. In London starb während des G20 Gipfels ein Mann nach einer unprovozierten Polizeiattacke.

Nun will die Polizei die Route der Mayday-Parade in der Form nicht genehmigen. Dies erklärte sie den Organisatoren im Anmeldergespräch. Als Gründe wurden verkehrstechnische Aspekte sowie mangelnde personelle Kapazitäten angegeben. Knackpunkt der vom Mayday Bündnis eingereichten Route durch die Bezirke Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg ist die Friedrichstraße. Die Polizei beruft sich auf einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Berlin zur ‚Wir zahlen nicht für eure Krise‘ Demonstration. In diesem wird aus verkehrstechnischen Gründen eine Demonstration in der Friedrichstraße untersagt. Als Begründung dienen die Eingänge zu den U-Bahn Stationen und die Poller an den Bürgersteigen. Auch die bauliche Trennung zwischen den Fahrspuren wird als Argument herangezogen, der Demonstrationszug müsse sich dann ja teilen. Dieses Urteil lässt sich nach Angaben der Berliner Polizei auch auf die parallel verlaufende Charlottenstraße anwenden.

Damit wird de facto im Bereich Friedrichstr/Charlottenstr das grundgesetzlich verankerte Demonstrationsrecht außer Kraft gesetzt. Dies ist besonders dadurch auffällig, dass es anscheinend überhaupt kein Problem war, den Demonstrationszug vom 28.03.09 durch die beengten und mit Pollern gespickten Gegebenheiten rund um den Hackeschen Markt hin zu abseits gelegenen Wohngebieten zu leiten. Anscheinend ist nicht erwünscht, dass dort demonstriert wird, wo Protest auch wahrgenommen wird.

Juristische Wege sind eingeleitet. Aber wir sind auf Eure Untestützung angewiesen: Kommt zur Parade, seit kreativ, denn wir sind der Protest auf der Straße!

Mayday Plakate sind fertig!

Die diesjährigen Mayday Plakate sind fertig gedruckt, liegen in Rollen bereit zum abholen und warten auf Dich. Die Collection besteht aus 6 verschiedenen Motiven: K R I S E und einem ?, sowie kleinen blauen Überklebern. In den abholbereiten Rollen, befinden sich alle sechs Motive! Ihr müsst also nicht alle zusammen suchen. Die blauen Überkleber liegen in extra Päckchen daneben. Alle Plakate könnt ihr euch hier anschauen. Aus den verschiedenen Buchstaben können ausser dem Wort Krise noch andere Wörter gebildet werden. Lasst Euch was einfallen und schickt uns Eure Umsetzung an berlin(at)euromayday.org . Wir freuen uns auf Eure Vorschläge und die kreativsten Varianten werden auf diesem Blog veröffentlicht!

Abholen könnt ihr euch die Plakate an folgenden Orten: Schwarze Risse in Kreuzberg (Gneisenaustr. 2a), Bethanien in Kreuzberg, Info-Laden Daneben in Friedrichshain (Kreuzung Liebigstr./ Rigaerstr.) und im Schwarze Risse im Prenzlauer Berg (Kastanienallee 85)

25.000 Menschen auf der „Wir zahlen nicht für Eure Krise“ Demonstration

Am internationalen Aktionstag gegen das G-20 Treffen in London demonstrierten allein in Berlin rund 25.000 Menschen unter dem Motto „Wir zahlen nicht für eure Krise“. Das Mayday-Bündnis beteiligte sich am antikapitalistischen Block um deutlich zumachen, dass es notwendig ist, gegen die prekären Arbeits- und Lebensverhältnisse bunt und offen auf die Straße zu gehen. Denn der Kapitalismus ist eine permanente Krise für alle. Nicht nur wenn die Wirtschaft krank, sondern immer und tagtäglich. Sei es beim ständigen Hartz IV oder Ausländerbehörden Horror, in den Arbeitsverhältnissen in denen wir stecken, in der Uni oder sonst wo heißt es ständig: Ich krieg die Krise und das permanent. Aus dem Grund war es wichtig, dass soviele Menschen auf die Straße gegangen sind und gesagt haben: „Die Krise heißt Kapitalismus“.

Hier ein Video zur Demonstration des Freundeskreises Videoclip.

Und hier ein paar Presselinks zur Demonstration am 28.03.:

Neues Deutschland

Junge Welt
The Guardian
Sueddeutsche Zeitung
TAZ
Financial Times Deutschland
Berliner Zeitung
Spiegel online
Tagesspiegel
Freitag

Mobilisierungsvideo zur Demo am 28.03. – „Wir zahlen nicht für eure Krise“

Absofort gibt es ein Mobilisierungsvideo zur Demo am 28.03. „Wir zahlen nicht für eure Krise“. Dies könnt ihr euch auch in HD-Qualität anschauen. Dazu müsst ihr lediglich auf den Button klicken, benötigt aber auch eine schneller Internet-Verbindung.

Mit dem Mayday auf zum antikapitalistischen Block der Demo am 28.03 um 12:00Uhr Rotes Rathaus Berlin. Wir sehen uns!

„Wir zahlen nicht für eure Krise – Für eine solidarische Gesellschaft“ – Auf zur Demo am 28.03.

Das Mayday-Bündnis in Berlin beteiligt sich am antikapitalistischen Block der bundesweiten Demonstration „Wir zahlen nicht für eure Krise“ am 28.03. um 12:00Uhr Rotes Rathaus und wird mit Sprechblasen und ähnlichen vor Ort sein. In den Tagen vor der Demonstration werden wir noch ein Basteltermin veranstalten, zu den ihr gerne hinzukommen und euch beteiligen könnt. Wir werden ihn rechtzeitig in den nächsten Tagen in der Rubrik Termine bekannt geben. Kommt zahlreich, lasst Euch was einfallen. Wir sehen uns spätestens am 28.03. um 12Uhr.

Aus der Pressemitteilung des Mayday-Bündnisses:

„Wir werden als Maydaybündnis im Rahmen des auf der Berliner Demonstration geplanten antikapitalistischen Blockes deutlich machen, dass wir keine Appelle an den Staat und keine Hoffnungen in die politischen Parteien setzen .
Vielmehr wollen wir uns als Lohnabhängige, Studierende, SchülerInnen, Erwerbslose, Prekarisierte mit oder ohne Hartz IV gemeinsam organisieren.
Ob an unserem Arbeitsplatz, am Jobcenter, in der Uni, in der Schule oder im Stadtteil, wir wollen Widerstand gegen die Abwälzung der Folgen der kapitalistischen Krise auf uns leisten, die für uns nicht erst mit dem Börsen-und Bankencrash im letzten Herbst begonnen hat.“

„Keiner muss allein zum Amt – selber solidarischen Begleitschutz organisieren!“

Jobcenter-Aktion in der Storkower Str. in Berlin

Gestern beteiligte sich das Mayday-Bündnis an der Aktion vor dem Jobcenter. Diese sollte vor allem deutlich machen, dass man Erwerbslosigkeit und die damit einhergehende ungleiche und unwürdige Behandlung auf dem Amt nicht einfach über sich ergehen lassen muss, sondern es verschiedene Ansatzpunkte für Widerstand gibt. Aktionen wie gemeinsam auf‘s Amt zu gehen können einzelnen den Rücken stärken und ein Austausch über Probleme auf dem Amt der Beginn eines Organisierungsprozesses sein.

„Herr Taegtow behandelt mich schlecht“

Aus diesen Gründen war Bestandteil der Aktion, auf den Umstand des solidarischen Begleitschutzes – oder wie es rechtlich heißt Beistand (SGB X, §13) – hinzuweisen und diesen auch praktisch anzubieten, was auch gleich vor Ort genutzt wurde. Denn: KeineR muss allein zum Amt! Oft gibt es Situationen, wo die Gemüter sich erhitzen, weil Schikanen von Seiten der FallmanagerInnen passieren. In diesen Situationen hilft es eine Person an der Seite zuhaben, die entweder deeskalierend wirken oder als ZeugIn für die Situation für weitere Auseinandersetzungen wichtig sein kann. Außerdem verhalten sich FallmangerInnen oft auch gleich ganz anders, wenn eine weitere Person mit anwesend ist. Ein solidarischer Begleitschutz oder Beistand kann so oft äußerst hilfreich sein. Wer Interesse hat, andere Leute mal mit zum Arschamt zu begleiten kann sich gerne bei uns dem Mayday-Bündnis oder bei folgender email-adresse jobcenter.begleitung( at )web.de melden.

„Ich bin ein Mensch, ich lass mich nicht verleihen“

Ein weiterer Teil der Aktion war eine Meckerecke, die von vielen aktiv genutzt wurde. Hier konnten die eigenen Erfahrungen mit dem Jobcenter in der Storkower Straße von allen gesehen werden und durch die Vielzahl der gesammelten Eindrücke wurde die systematische Entwürdigung und Drangsalierung deutlich. Die Vielzahl der Aussagen zeigte somit nicht nur reges Interesse, sondern verdeutlichte, dass das individuelle Erleben kein Einzelfall ist. Zu unserem Bedauern wurden die persönlichen Eindrücke nach dem Ende der Aktion von den dortigen Sicherheitskräften umgehend wieder abgehängt.

„Dafür habe ich jetzt eine Urkunde, dass ich qualifiziert bin zum Spaten-Benutzen“

Während der Aktion wurden u.a. Redebeiträge vom Erwerbslosen Forum Berlin (zur sogenannten „Vertafelung“ der Gesellschaft), der Arbeitslosen Selbsthilfe Oldenburg (ALSO), der FAU-Berlin (zu dem konkreten Fall der Kündigung eines 1-Euro Jobbers), sowie der Gruppe Soziale Kämpfe (zur Demo „Wir zahlen nicht für Eure Krise – Für eine solidarische Gesellschaft“ am 28. März) gehalten. Ein Aktionstheater rundete den Tag ab.


Diese Aktion fand im Vorfeld der Demo „Wir zahlen nicht für eure Krise! Für eine solidarische Gesellschaft!“am 28. März und der Berliner Euromayday Parade am 1. Mai statt.

weitere Informationen zu Sozialberatung:
www.erwerbslosenforum.de
www.tacheles-sozialhilfe.de
www.also-zentrum.de

Presse im Vorfeld:
TAZ-Artikel am 04.03.

Bericht der Aktion bei indymedia.
Bericht der Aktion auf dem Presse-Portal des Erwerblosenforums.

Interview der Arbeistlosen Selbshilfe Oldenburg in der Jungen Welt.

Und hier ein kleines Video von der Aktion.