Am Wochenende fanden sich in Bremen zahlreiche Prekäre – u.a. WissenschaftlerInnen, Künstler/innen, Beschäftigte der Ambulante Dienste, Aktivist_innen des Bremer (Euro)Mayday-Netzwerkes u.v.m – in einer Streik Academy zusammen. Es sollte der Frage nach dem Verhältnis Streik, Arbeit, Nicht-Arbeit (oder Doch-Arbeit?) nachgegangen werden. So heißt es in dem Konzept zur Academy,„Streik (selbst) ist auch Arbeit. Streik der Arbeitslosen, der KünstlerInnen, der MigrantInnen und all derer, von denen man sagt, sie hätten nichts zu bestreiken, ihre Verweigerung würde nicht auffallen: können trotzdem streiken.“ Doch: „Wie können die Streiks prekärer WissensarbeiterInnen aussehen? Wie sehen queere Streikpraktiken aus? Wie zeigen sich Streiks im Kulturbetrieb? Wie nicht arbeiten, aber nicht aufhören, darüber zu sprechen? Über: Bummelstreik, Warnstreik, Aussperrung, Streikbrecher, Beziehungsstreik, Konsumstreik, Sabotage, Boykott und Walk Out?“ Letztenendes die Frage: Wie streiken in prekären Zeiten?
In der TAZ gibt es einen Bericht zum Wochenende. Doch les selbst:
Die Kollegen sind ängstlich
PREKARIAT In Bremen tagte am Wochenende die „Streik Academy“. Es galt, herauszufinden, wie in den neuen Arbeitsverhältnissen ein Ausstand machbar ist: „Was ist ein Streik?“VON CHRISTIANE MÜLLER-LOBECK
Ana Hoffner bewegt sich auf allen Vieren. Wie ein wütender Hund beißt die Performerin in die Hosenbeine der Umsitzenden. Im Zuge ihres Reenactments einer Videoperformance von Bruce Naumann aus dem Jahr 1968 kommt es zum Handgemenge, eine Frau fällt vom Stuhl. Auf dem Höhepunkt der Eskalation verlässt die Künstlerin den Raum. Ratlose Gesichter. Was hat das mit Streik zu tun? „Bewegung, privatisiert“ lautete der Titel von Hoffners „Übung“. In einigen Gesichtern steht das Entsetzen. „Wir hätten sie hochziehen sollen“, findet jemand.
Mitten im Niemandsland eines Bremer Industriegebiets, wo die Stadt nichts von der Mitleid erregenden Niedlichkeit hat, die sich der Anreisenden vom Zug aus darstellt, tagen an diesem Wochenende Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen und Aktivisten. Die hiesige Frauenkulturlabor Thealit hat zur „Streik Academy“ geladen. Zwischen Greif-zu-Markt und Medienklitschen sollen in den großzügigen Räumen der Galerie Rabus Vorschläge zum Aussetzen der neuen Arbeitsverhältnisse zusammengetragen werden.
Beziehung und Erpressung
Der Kontext macht die einzelnen Einlassungen produktiv. Denn auf das, was Hoffner vielleicht inszeniert hat, wirft wenig später She She Pop das Licht einer Möglichkeit. Die für hedonistische Publikumsherausforderungen bekannte Performancegruppe verkündet: „Erste und wichtigste Voraussetzung für den Streik ist eine Beziehung zu einer Partei, die durch Erpressung belastet werden kann“, und macht sich daran, die Anwesenden probehalber zum Knüpfen einer „Relevanzbeziehung“ zu bringen. Der Aufforderung, für einen Popstar-Darsteller die hingebungsvollen Fans zu geben, kommen viele aus dem Publikum nach. Jetzt müssten sie nur noch zubeißen. Trotzdem, wird nachher draußen geraunt, sei der Ertrag nicht so üppig gewesen. Mal sehen, was die Wissenschaft zu bieten hat. (mehr…)
JedeR Erwerbslose muss früher oder später zu einem Termin bei SachbearbeiterInnen auftauchen. Viele dieser Termin sind für BezieherInnen von Hartz-IV unangenehm und belastend.
Diesen und ähnliche Slogan skandierten Schüler_Innen und StudentInnen die letzten Tage auf den 


